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Mo., 19.07.99

WP v. 19.07.99, S. 1

Sonne lacht über Ümmerich
Mehr als 1500 Schützen und Musiker am Samstag im Festzug
von Herbert Kranz
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Ja, da lacht das Herz eines jeden Olper Schützenbruders: Die Sonne hoch am Himmel, die Fahne flattert im Wind, das Marinemusikcorps spielt "Gruß an Kiel". Die Stimmung beim Hochfest der Kreisstädter konnte nicht besser sein.





Olpe. (WP)
 Mehr als 1500 Schützen, Musiker und Offiziere im Festzug und tausende Zuschauer an den Straßen sorgten am Samstag für einen Schützenfestauftakt der Superlative in der Kreisstadt. Und der Ümmerich platzte am Abend aus allen Nähten. Schützenfest: eine riesige Freiluftparty.
  Schon als die neun Korporalschaften auf dem Marktplatz aufmarschierten, wurde klar, daß die Begeisterung hohe Wellen schlagen würde. So konnte Oberleutnant Dirk Rumpff Major Paul Imhäuser die stolze Zahl von 1033 Schützen auf dem Marktplatz melden. Hinzu kamen die Musiker von am Samstag ausnahmsweise sieben Musikkapellen. Denn der Feuerwehrmusikzug unter Leitung von Michael Ohm hatte sich zu Ehren des Schützenkönigs Thomas Wurm - er ist Hauptbrandmeister bei der Feuerwehr- in den Zug eingereiht.
  Das Marinemusikkorps Nordsee war bereits 1991 und 1992 Festmusik in Olpe. Allerdings damals nicht unter Fregattenkapitän Michael Wintering. Bereits zum 50. Mal dabei waren die Musik aus Saßmicke unter Leitung von Ralf Burghaus. Nicht wegzudenken auch der Musikverein Frenkhausen, Leitung Erwin Schuhen. Zusammen mit den drei Tambourcorps Oberelspe (Karl Krengel), Ottfingen (Ansgar Eichert) und Olpe (Heinz Heider) sorgten sie für flotte Marschmusik im Zug.
  Angesichts der vielen grünen Kappen überlegte der Major, es gebe das Schützenfest zwar auch im Internet, aber das sei beileibe kein Ersatz für die Teilnahme. Nicht nur die Olper nahmen ihn beim Wort und stürmten ab Nachmittag den Festplatz.
  Gestern mittag gestaltete das Marinemusikkorps auf dem Marktplatz ein Konzert, ehe sich der Festzug am Nachmittag wiederum unter strahlender Sonne auf den Weg zum Ümmerich machte.
  Heute um 8 Uhr ist Schützenhochamt. Um 10 Uhr folgt das Vogelschießen: Wer wird zum Jahrtausendwechsel neuer König?
  Weiter auf Kreisseite 1.

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Seine Majestät Thomas Wurm, Schützenkönig von Olpe 1998/99, verläßt zum Festzug am Samstag seine Residenz im Hotel Hetzel. Feuerwehr
und Korporalschaft hatten geschmückt.


 

WP v. 19.07.99, S. 1:
 

"Mal ganz privat" v. Herbert Kranz:

Der Schützenbruder war etwas geknickt. Hatte er doch im Festzug eine kurze Hose getragen. Dabei sollten im Festzug lange Beinkleider getragen werden. Da half es auch nichts, daß er auf seine recht gerade gewachsenen Beine, die Länge der kurzen Hose (bis ans Knie) und natürlich das blendende Wetter verwies. Die Sonnenbrillenumsätze müssen am Wochenende exorbitant gestiegen sein. Marktplatz und Ümmerich strahlten unter blauem Himmel und die Schützen strahlten mit.
  Da hatte der kurz behoste Schütze wieder einen Vorteil. Bei ihm klebten die Beinkleider nach dem Festzug nicht so fürchterlich an den Oberschenkeln.


WP v. 19.07.99, S. 2

Schützenplatz Mittelpunkt der Kreisstadt
Orden für Jubelkönig Hans Loeser
 990719-wp-s2-b1Olpe. (hz)
"Die Attendorner sollen einen eigenen Schützenplatz bekommen. Schon im nächsten Jahrtausend", berichtete Major Paul Imhäuser auf dem Olper Marktplatz, bevor sich der große Festzug auf dem Weg machte (siehe auch 1. Lokalseite). "Hoffen wir", so der Major weiter, "daß der Austritt von Stadtdirektor Dömer sie nicht um Jahre zurückwirft."
  Bürgermeister Horst Müller, so Imhäuser weiter, habe seine volle Bewunderung gehabt, als er beim ersten Olper Stadtfest ein Fäßchen vorn angeschlagen habe, das Bier
                                                      
Alte Bekannte treffen, mal wieder miteinander
                                                       reden, sich freuen, einen zusammen trinken: Das alles
                                                       macht das Olper Schützenfest so einmalig. Foto: Paul Rötz

aber hinten herausgelaufen sein. Das sei ihm selbst trotz vieler Versuche nie gelungen. Beim 2. Stadtfest aber sei das Bier dann aus dem Hahn gekommen. Jetzt habe der Bürgermeister zwar noch seine Achtung, aber die Bewunderung sei zurückgegegangen.
  Baudezernet Bernd Knaebel warnte Imhäuser: Wenn der neugestaltete Winterberg klappere: Herausgebrochene Teerbröckchen könne man auf dem Ümmerich nicht gebrauchen.
   Humor bewies der Major auch in eigener Sache. Er habe, so Imhäuser, mit Leutnant Clemens gemeinsam einen Bungee-Sprung beim Stadtfest machen sollen, davon aber Abstand genommen. Er habe befürchtet, hart auf dem Kurkölner Platz aufaufzuprallen, und dann wäre der Brunnen in die Luft geflogen.
   Einen Orden bekam auf dem Marktplatz Jubelkönig Hans Loeser, der vor 25 Jahren den Vogel geschossen hatte und mit Ehefrau Regina die Schützen regierte.
   Dann setzte sich der Festzug in Bewegung, um erstmals die Fahne an der Stadthalle abzuholen und gleich danach König Thomas Wurm, für den Schützen und Feuerwehr das Hotel Hetzel geschmückt hatten.
   Bürgermeister Horst Müller, auf dem Marktplatz noch als Altmajor in Reih und Glied, empfing den Zug am Rathaus. Hier würden Hektoliter von Beamtenschweiß vergossen, sagte er und wies darauf hin, daß man Wort gehalten habe: Die Winterbergstraße sei fertig und begehbar.
  Vorbei an kath. und evangelischer Geistlichkeit und dem Landrat ging es dann auf den Ümmerich, auf dem wie an jedem dritten Wochenende im Juli drei Tage lang das Herz von Olpe schlägt.

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