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Westfalenpost v. Sa., 20.01.2001, Kreisseite 2:
Kommentare Sakrosankt!
Militärorchesterin Olpe unantastbar
Muss es denn immer eine Militärkapelle sein, die ein Heidengeld kostet und die letztendlich auch nicht viel besser spielt als ein Spitzenorchester aus der Nachbarschaft? Der jährlich immer
wiederkehrende Zirkus um die Festmusik, der diesmal darin eskalierte, dass bis eine Woche vor dem Schützenball noch nicht fest stand, wer denn in 6 Monaten auf dem Olper Schützenfest musikalisch verantwortlich ist,
lässt solche Überlegungen zu.
Die terminlichen Schwierigkeiten, die heuer so gravierend gewesen sein sollen wie nie zuvor, können Kenner der Szene nämlich nicht so ganz nachvollziehen. Schließlich wurden sie am Ende ja auch ausgeräumt, obwohl die Ferienordnung sich nicht änderte. Es liegt vielmehr nahe, dass die “Mucker” keine Lust mehr haben, an drei Tagen kilometerweit durch die Olper Straßen zu laufen, anschließend auf dem Schützenplatz ein Konzert zu präsentieren und dann in der späten Nacht auch noch den Festzug musikalisch in die Stadt zu begleiten. Das schlaucht. Vor allem Wehrpflichtige, mit denen heutzutage die “freiwilligen Sonderleistungen” eines Orchesters aufgefüttert werden, dürften ob dieser Dinge die Nase voll haben. Denn von der 70 000-DM-Gage bekommen sie den geringsten Teil.
Sollte man sich also vom deutschen Militär trennen, den Blick nach Westen oder sogar nach Osten richten? Oder mal ganz was anderes, was preiswerteres wagen? Frenkhausen, Gerlingen, Ennest, Schreibershof lassen grüßen?
Nein. Und nochmals nein. Man kann über Olpe denken, was man will. Aber das geht nicht. Die Kreisstadt hat im Großen und Ganzen nichts zu bieten als das Schützenfest am 3. Wochenende im Juli. Und dieses Fest wird getragen von einer brillanten Musik. Von einem Orchester, das nicht nur eine super Leistung hinlegt und anspruchsvolle Konzerte intoniert oder den Möllendorfer fehlerfrei über die Bühne bring. Nein! Es muss auch eine Kapelle sein mit klingendem Namen. Etwas besonderes, dass es sich auch für Gäste aus nah und fern lohnt, sich an den Straßenrand zu stellen oder für ein horrendes Eintrittsgeld auf den Ümmerich zu kommen. Denn dort gibt es außer Bäumen, Bier Beff und Spüene nichts anderes als gute Musik. Und deswegen bleibt ein Spitzenorchester sakrosankt, will heißen: Hände weg, von der Kapelle! Paul Rötz
Leserbrief v. Martin Kemper in Kürze hier.
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