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Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998
Vielen Dank an Berthold Stamm für die klasse Unterstützung!!! Jetzt bestehende Bildlücken werden noch gefüllt
Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 18: Spannung unter der Vogelstange

Fotos: Berthold Stamm
Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 19: Schützenkönig war noch zu jung Vor 100 Jahren gab’s fast einen Skandal
(U.V.) Vor genau einhundert Jahren schoß Richard Lütticke mit 22 Jahren und 11 Monaten den Vogel. Der Vorstand erfuhr erst später das wahre
Alter des neuen Königs, denn dieser hatte noch nicht die vorgeschriebene Altersgrenze von 25 Jahren beim Schießen erreicht. Um einen Skandal zu vermeiden, wurde eben das Alter des Königs verschwiegen.
Richard Lütticke führte die Gerberei und Lederwarenfabrik zur Blüte, mußte aber aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1933 seinen Betrieb aufgeben. Sein 50jähriges Königsjubiläum konnte er 1948 wegen des
Neubeginns nach dem Kriege nicht feiern. Jedoch brachte man ihm am 7. August 1948 als Jubelkönig ein Ständchen und man bedankte sich für die vielen Jahre Vorstandsarbeit und Tätigkeit als früherer Hauptmann im
Verein. Am Rande: Ein Schützenbruder, Gustav Liese, war bei Lütticke-Klaases als Gerber beschäftigt. Eines morgens, Liese hatte wohl am Abend vorher zu
tief ins Glas geschaut, kam er zu spät zur Arbeit. Sein Chef Richard Lütticke sagte nichts, zeigte ihm aber seine Uhr. Zur Antwort sagte Liese: “Hänt ih ne Nigge?” (Haben Sie eine neue Uhr?).
Die Einladung zum Olper Schützenfest vor 100 Jahren
Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 20: Auch 1998 spielt die Luftwaffe wieder auf
 Als Festmusik verpflichtet wurde erneut das
Luftwaffenmusikkorps III aus Münster unter Leitung von Major Lutz Bammler. Das hochklassige Ensemble begeisterte im vergangenen Jahr nicht nur mit hervorragender
Instrumentalbeherrschung (unser Foto entstand beim Konzert am sonntag morgen), sondern auch mit Durchhaltevermögen und sympathischer Ausstrahlung. Die 37 Musiker werden an
den diesjährigen drei Festtagen insgesamt 47 "Anwesenheitspflichtstunden" zu erfüllen haben.
Auch Vorstandsmitglied Dr. Thomas Harnischmacher macht Musik: Beim Konzert am Sonntag morgen wird er ein Solo auf der Klarinette spielen.

Dicht gedrängt standen die Zuhörer 1997 beim Konzert des Luftwaffenmusikkorps auf dem Marktplatz. Fotos: Berthold Stamm
Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 21: Zum Tanzen fehlten die Hofherren
(U.V.) Vor 170 Jahren wurde der St. Sebastianus-Schützenverein gegründet, und zwar am 22. Juni 1828. Die St. Sebastianus-Schützengesellschaft hatte sich am gleichen Tage
aufgelöst und seine Fahnen, die Vogelstange und 200 Taler Vermögen auf den neuen Verein übertragen. Übrigens ist die Schützengesellschaft wiederum aus der Schützenbruderschaft vor Jahrhunderten hervorgegangen.
Schützenkönig wurde im August 1828 der Justizamtsschreiber F.J. Reusch. Er war wohl kein gebürtiger Olper, so daß wir sein Geburtsdatum nicht
wissen. Reusch ist später zu einem anderen Amtsgericht versetzt worden. Jedenfalls gibt es keine Aufzeichnungen von ihm, jedoch hat ein Ereignis seinen Namen in den Analen festgehalten.
Der damalige Schützenvorstand hatte kurz vor dem Schützenfest einen Königs-Adler (Kette) erworben, an dem die Königsorden zu heften waren. Dieser Schützen-Adler hat Reusch anscheinend soviel Freude gemacht, daß
er ihn dem Schützenverein abgekauft hat. Für das Jahr 1829 hat dann der Verein bei einem Juwelier in Siegen einen neuen Königs-Adler für 20
Taler erworben. Dann wurde sofort beschlossen, diesen Königs-Adler nie wieder zu veräußern mit dem Erfolg, daß die Kette heute vom jeweiligen
König an den Schützenfesttagen getragen wird. An dieser Kette hängen die Orden aller noch lebenden Könige, aber auch die jeweiligen Jubiläumsorden. Übrigens gab es erst ab 1835 auch Schützen-Königinnen.
Heute gehört selbstverständlich ein Hofstaat zum Königspaar. Es ist ja auch ein Vergnügen, auf Schützenfest oder beim Schützenball bei der Polonäse dem Hofstaat zuzuschauen.
Doch ab 1835 waren in Begleitung der Königin nur Hofdamen beim Fest. Hofherren wurden noch nicht geladen. Schwierig war es, wenn zum Tanzen
aufgespielt wurde, die Herren Offiziere, nur zwölf gab es seinerzeit und einen Fähnrich, mußten als Kavaliere die Hofdamen auf den Tanzboden zum
Tanzen führen. Die Hofdamen saßen bei Tische, sie warteten und fragten sich wohl, wer da jetzt von den Offizieren auf sie zukommen würde. Naturgemäß waren die Damen neugierig und unruhig, denn es ging ihnen
nicht schnell genug. Nun ja, die Herren Offiziere wußten ihre Pflicht zu erfüllen, obwohl sich einige unter fadenscheinigen Gründen fortgeschlichen hatten. So kamen die Offiziere ins “japsen” und “wanken”.
Ein Offizier aber rief: “Ich sterbe für die Hofdamen, Amen!” Das Schützenvolk sah die Bescherung und rief dem Hauptmann (Majore gab es
erst ab 1864 ) zu: “Was zu viel ist, ist zu viel!” Des Volkes Stimme hat wohl geholfen, denn ab 1840 gab es auch Hofherren und so ist der Hofstaat bis heute geblieben.
Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 22: Das Konzertprogramm im Überblick ... wird noch erfaßt
Sauerländer Börse, Festbroschüre Schützenfest 1998, Seite 23-24: Vor 25 Jahren jubelte Karl-Heinz Neuhaus unter der Vogelstange
 "Fahr mal eben den neuen
Schützenkönig zum Platz!", sagte Karl-Heinz Neuhaus morgens noch zu Hans Zeppenfeld, der sich ein Grinsen natürlich nicht verkneifen konnte. Doch am Mittag saß er tatsächlich am Königstisch von Karl-Heinz
und Christel Neuhaus. Denn der heute 66jährige hatte mit seinem 26. Schuß den Vogel von der Stange geholt. Für Karl-Heinz Neuhaus war damit ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Und das zur Überraschung
vieler. Denn er war überhaupt nicht als Regentschaftsanwärter im Gespräch gewesen
Schützenkönig vor 25 Jahren: Karl-Heinz Neuhaus. Links im Bild Major Kraft.
Der Chronist vermerkte, daß vor 25 Jahren zum ersten Mal die Engländer in Olpe spielten und daß das
Wetter am Nachmittag königlich war. Dafür regnete es in der Nacht so heftig, daß der Zug nicht gehen konnte und der Hofstaat mit dem Bus in die Stadt gefahren werden mußte.
Karl-Heinz und Christel Neuhaus. Foto: Berthold Stamm
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